Menschliche Gebeine - Human Remains - Berlin Postkolonial - Just Listen - Copyright Yusuf Beyazit

Wenn hier von Human Remains gesprochen wird, handelt es sich um Gebeine ermordeter Menschen, welche in der Kolonialzeit und in der NS-Zeit zu rassistischen pseudowissenschaftlichen Zwecken der anthropologischen Forschung missbraucht wurden.

Bis heute befinden sich tausende menschliche Überreste, die unter kolonialen Umständen für rassistische Forschungen nach Deutschland und in andere Länder des Westens verschleppt wurden, in ethnologischen, universitären und privaten Sammlungen. Über ihre genaue Anzahl und Herkunft schweigen sich die Sammlungsverantwortlichen in der Regel aus, es ist aber ein offenes Geheimnis, dass sich noch immer zahlreiche Human Remains aus Namibia, Tansania, Ruanda, Kamerun, Togo, Südafrika und Papua-Neuguinea in Deutschland befinden.

Trotz zivilgesellschaftlicher Initiativen, welche von den Sammlungen die proaktive Inkenntnissetzung der Herkunftsgesellschaften und die Bereitschaft zur Überführung fordern, verläuft der Rückgabeprozess nur extrem schleppend. So haben deutsche Sammlung bisher nur dann Rückgaben ermöglicht, wenn Nationalstaaten (z.B. Neuseeland, Australien und Namibia) diese von sich aus gefordert haben. Bis heute ist daher nur ein Bruchteil der geraubten Schädel, Skelette und anderen Körperteile Kolonisierter an die Nachfahren zurückgegeben worden.

Für weiterführende Informationen und ausführlichere Erläuterungen zum Thema Human Remains siehe folgende Seiten:

  • Webdarstellung der Bündniskampagne No-Humboldt 21. Informationen, Videomaterial zu dem Thema der menschlichen Gebeine
  • Projekt “Manufacturing Race” von Studierenden der Freien Universität und Prof. Dr. Bilgin Ayata –Informationen zum ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Insitut und rassistischer Forschung an menschlichen Gebeinen
  • Forschungsprojekt der Charité zu menschlichen Gebeinen in deutschen Sammlungen
  • Stellungnahme der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zum Umgang mit Human Remains

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