Das Humboldtforum ist ein Projekt der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit dem selbsterklärten Ziel in Berlin ein internationales Zentrum für die Verknüpfung von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Bildung zu schaffen. Besonders betont wird bei der Durchführung des Projektes, dass es um Kulturdialog geht und unterschiedliche Perspektiven auf geschichtliche und zeitgenössische Themen, was durch die Einbindung von Museen, Bibliotheken und Universitäten gewährleistet werden soll.

Ironischerweise stellt das Projekt dabei den Anspruch an sich in einer globalisierten Welt Entwicklungen auf ökonomischer und ökologischer Ebene in der Weltgesellschaft deutlich zu machen und als Ort für ein “[…]gleichberechtigtes Zusammenleben der Kulturen und Nationen[..]” zu stehen.

Problematisch daran sind verschiedene Ebenen:

Viele der Gegenstände sind gewaltsam in den Besitz deutscher Museen gelangt, im Rahmen kolonialer Enteignungspolitik. Den Nachfahren Kolonisierter, welche diese Kunstobjekte zurückfordern, werden jedoch übergangen und nicht einmal in den Prozess der Entstehung des Humboldtforums eingebunden.

Anstelle sich mit der Herkunft der besagten Objekte zu beschäftigen im Rahmen von Provenienzforschung und auf den kolonialen Kontext hinzuweisen, der überhaupt erst möglich macht, dass sich diese Objekte in Deutschland befinden, werden Gelder lieber in Projekte wie die Renovierung der Fassade des Berliner Schlosses investiert (was als Ausstellungsort dienen soll).

Auch zeigt sich anhand der Sammlungen an einer weiteren Stelle weshalb der Anspruch eines Kulturdialogs verfehlt wird: Es werden außereuropäische Kunstgegenstände ausgestellt im Namen einer preußischen Kulturstiftung ohne diejenigen einzubinden, aus deren Kontext die Objekte herausgerissen wurde. Eine solche Perspektive und Darstellung wird auch als Eurozentrismus bezeichnet, wenn aus europäisch weißer Sicht und Maßstab Kunstgegenstände und Kulturen dargestellt und bewertet werden. Dieser Eurozentrismus ist verbunden mit einer rassifizierenden Wissenschaft: Viele der Objekte dienten als Forschungsgegenstände während der Kolonialzeit, um eine angebliche Unterlegenheit außereuropäischer Gesellschaften zu beweisen.

Für weiterführende Informationen und ausführlichere Erläuterungen zur Kritik am Humboldtforum siehe folgende Seiten:

Für weiterführende Informationen und ausführlichere Erläuterungen zur Kritik am Humboldtforum siehe folgende Seiten:

  • Ausführliche Erläuterung der Problematiken des Humboldtforums in Bezug auf Eurozentrismus, Kolonialismus, Orientalismus, Beutekunst auf africavenir.org
    > Hinweise auf Diskussionsveranstaltungen mit kritischem Blick auf das Humboldtforum
    > dekoloniale Aktionen und Initiativen zum Humboldtforum
  • Webdarstellung der Bündniskampagne No-Humboldt 21 der Bündnispartner_innen ISD (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland), glokal e.v., BER Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag e.v., AfricAvenir International,Afrotak TV cyberNomads, Berlin Postkolonial, Artefakte//anti-humboldt
    > Sammlung von verschiedenen Medien mit Erläuterungen zu Problematiken, Aktionen und Initiativen für ein Moratorium des Projekt Humboldtforum
    > weiterführende Links zu Kritischen Initiativen im Hinblick auf das Humboldtforum
  • Wanderausstellung der Projekte Artefakte//anti-humboldt (Brigitta Kuster, Regina Sarreiter, Dierk Schmidt) und AFROTAK TV cyberNomads (Michael Küppers-Adebisi) in Kooperation mit Andreas Siekmann und Ute Klissenbauer
    > Materialien: künstlerische Miniaturarbeiten, Videomaterial, Flyer, Plakate – entstanden im Rahmen der Kampagne No Humboldt 21!

Siehe auch die Webseiten der Bündnispartner_innen der Kampagne No-Humboldt 21:

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