"Ich denke das ist moralisch nicht haltbar und es ist menschenverachtend, menschenunwürdig und aus heutiger demokratischer Sicht auch illegal und unrecht, ungerecht. Und es sind da Körperteile, Überreste von Menschen, die unter den schlimmsten Bedingungen ermordet wurden, in Konzentrationslagern, in der Wüste, sie hatten nix zu essen, nix zu trinken, sie mussten verdursten, verhungern. Und dann die Körperteile wurden dann nach Deutschland gebracht. Nicht zu vergessen, es waren auch nur Leute, die gegen das koloniale Regime protestiert haben, die meisten. Und dann, dass diese Körperteile in Museen sind, das ist für mich noch ein Gewaltakt. Das heißt ein Gewaltakt über den Tod hinaus. Man perpetuiert das Unrecht, die Gewalt, wenn sie immer noch in Deutschland sind."

 - Dr. Marie Biloa Onana


Dr. Marie Biloa Onana ist Literaturwissenschaftlerin und Expertin für das kolonialrassistische Bild von Schwarzen Menschen in der deutschen Literaturgeschichte. Sie hat zahlreiche Veröffentlichungen zur deutschen und europäischen Literaturgeschichte u.a.: Der Sklavenaufstand von Haiti. Ethnische Differenz und Humanitätsideale in der Literatur des 19. Jahrhunderts (Böhlau-Verlag  2010). Sie ist zudem DaZ/DaF –Dozentin und Bildungsreferentin. Seit der Gründung von Berlin Postkolonial ist sie im Verein aktiv.